Wie Sie die sicherste Wahl treffen – alles über Autokindersitze ab 4 Jahren und über deren neue Prüfnorm

Als Eltern möchten Sie selbstverständlich stets die sicherste Wahl für Ihr Kind treffen, doch manchmal sind die Informationen so überwältigend, dass es schwierig ist, eine Entscheidung zu treffen. Deshalb erklären wir Ihnen in diesem Artikel alles, was es zu Folgesitzen ab 4 Jahren zu wissen gibt.

Autokindersitze können manchmal wirklich eine Wissenschaft für sich sein. Worauf ist bei der Wahl zu achten? Und was ändert sich an den gesetzlichen Vorgaben mit der neu eingeführten Prüfnorm? Und reicht nicht irgendwann auch nur eine Sitzerhöhung ohne Rückenlehne? Wir antworten Ihnen auf all diese Fragen.

Die Statistiken zeigen: Autokindersitze reduzieren das Risiko

In Europa werden jede Woche zehn Kinder bei Autounfällen getötet und über 1100 Kinder verletzt*. Die Statistiken zeigen dabei deutlich, dass die Verwendung eines Autokindersitzes das Verletzungsrisiko um bis zu 95% senkt. Doch besonders der Wechsel in einen Autokindersitz, bei dem das Kind mit dem Fahrzeuggurt statt mit internen Gurten angeschnallt sind, stellt eine Herausforderung da, denn der richtige Seitenaufprallschutz und korrekte Gurtführung sind hier für die Sicherheit essentiell.

Wieso ist ein Sitz mit fester Rückenlehne die sicherste Wahl für ältere Kinder?

Kinder von ca. 4 bis 12 Jahren werden für Autofahrten oftmals auf Sitzerhöhungen ohne Rückenlehne gesetzt. Diese erhöhen im Vergleich zu Sitzen mit fester Rückenlehne jedoch das Verletzungsrisiko enorm, da sie keinen Seitenaufprallschutz bieten und der Schultergurt häufig nicht auf der richtigen Höhe verläuft und somit gefährlich einschneiden kann. Zubehör was dabei Abhilfe verschaffen soll, ist meist nicht Crash Test geprüft und kann oft den in einem Unfall einwirkenden Kräften nicht stand halten.

Ein Autokindersitz mit fester Rückenlehne bietet für ältere Kinder Vorteile für die Sicherheit und Komfort:

  • Sie bieten wichtigen Seitenaufprallschutz
  • Sie stützen und beschützen den Kopf, Nacken und Torso des Kindes
  • Sie stellen sicher, dass der Fahrzeug-Schultergurt auf der korrekten Höhe verläuft, nicht einschneidet und auch beim Unfall in der richtigen Position bleibt

Wann kann mein Kind auf eine Autokindersitzerhöhung mit fester Rückenlehne wechseln?

Da die rückwärtsgerichtete Fahrweise für Kinder bis 4 Jahren nachweislich 5x sicherer ist, raten wir von BeSafe Ihnen, Ihr Kind so lange wie möglich rückwärtsgerichtet mitfahren zu lassen, mindestens jedoch bis zum Alter von 4 Jahren. Daher kann Ihr Kind unserer Empfehlung nach auf eine Autokindersitzerhöhung mit fester Rückenlehne wechseln, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  1. Ihr Kind sollte mindestens 4 Jahre alt sein. Dies ist (leider) nicht gesetzlich vorgeschrieben, wir von BeSafe möchten Ihnen jedoch wirklich ans Herz legen, nicht zu früh von rückwärtsgerichtet zu vorwärtsgerichtet zu wechseln.
  2. Ihr Kind muss die gesetzliche Mindestanforderung des Sitzes erfüllt haben, also entweder 15kg bei Zulassungen nach ECE R44 oder 100 cm bei Zulassungen nach UN R129. Dies ist durch die jeweilige Prüfnorm gesetzlich bindend.
  3. Ihr Kind sollte die geistige Reife haben, ruhig im Sitz sitzen zu bleiben. Sollte Ihr Kind ansonsten häufig mit dem Fahrzeuggurt spielen oder sich oft aus dem Sitz vorlehnen, gerät es somit nämlich außerhalb der Seitenaufprallschutzzone der Rückenlehne und Kopfstütze, wodurch der Sitz das Kind nicht wie vorgesehen schützen kann.

Die neue Norm für Autokindersitze: Das wichtigste zur UN R129 im Überblick

Im Juli 2013 trat die neue Norm für Kinderrückhaltesysteme – umgangssprachlich Autokindersitze – in Kraft: die UN R129. Einfach gesagt ist die Absicht dieser neuen Norm, die Wahl eines richtigen und passenden Autokindersitzes zu erleichtern und Kindern durch striktere Standards noch mehr Sicherheit zu bieten.

Derzeit bestehen die alte Norm ECE R44 und die neue UN R129 noch gleichzeitig und nach der alten Norm zugelassene Sitze können weiterhin verwendet werden (bei Zulassung nach ECE R44-04 oder R44-03, ältere Fassungen sind nicht mehr erlaubt). Jedoch wird die ECE R44 Norm schrittweise außer Kraft gesetzt und es wird erwartet, dass mehr und mehr Autokindersitze der neuen Prüfnorm entsprechen.

Die in 2013 eingeführte Phase 1 der UN R129 Norm beinhaltet neue Standards für mit ISOfix befestigte Babyschalen und Kleinkindsitze bis 105 cm.

Im Juni 2017 entwickelte sich die UN R129 weiter, indem die zweite Phase in Kraft trat und nun neue Standards für ältere Kinder mit einer Körpergröße von 100-150 cm bietet.

Welche Unterschiede die neue UN R129-02 im Vergleich zur alten Prüfnorm ECE R44 mit sich bringt, können Sie hier nachlesen:

Der erste Autokindersitz auf dem Markt, welcher dem neusten Standard UN R129-02 entspricht: BeSafe iZi Flex FIX i-Size

Sicherheit war und ist bei BeSafe stets oberste Priorität. Unabhängig vom Alter sollten alle Kinder so sicher wie nur möglich reisen, was für Kinder bis ca. 4 Jahren rückwärtsgerichtet bedeutet und für ältere Kinder durch Autokindersitzerhöhungen mit fester Rückenlehne erreicht wird.

Wir begrüßen daher die Weiterentwicklung der UN R 129, die sich mit Autokindersitzerhöhungen mit fester Rückenlehne beschäftigt und die Sicherheit dieser bestärkt.

Deshalb setzen wir unsere BeSafe Sicherheitsstandards in Kombination mit den Anforderungen der 2. Phase der UN R 129 um und geben Sicherheit ein ganz neues Verständnis, indem wir den BeSafe iZi Flex FIX i-Size auf den Markt bringen – ein Autokindersitz ab 100 cm, welcher die anspruchsvollen Kriterien der UN R 129 meistert und sich zudem flexibel an Ihre Familiensituation anpasst.

Wie Sie Reisen noch sicherer gestalten können

Sobald Ihre Kinder also in sicheren und passenden Autokindersitzen Platz gefunden haben, können Sie ihre gemeinsamen Fahrten mit ein paar einfachen Tipps noch sicherer gestalten:

  • Ziehen Sie stets dicke Jacken aus, um sicherzustellen, dass die Gurte wie vorgesehen sichern können – wieso das wichtig ist
  • Nehmen Sie sich Zeit und Fahren Sie nicht zu lange Strecken an einem Stück – legen Sie häufig Pausen ein und wechseln Sie regelmäßig die Fahrer, wenn Sie können
  • Konzentrieren Sie sich ganz auf die Straße und ignorieren Sie Ihr Handy
  • Prüfen Sie auch während der Fahrt regelmäßig, dass die Gurte bei allen Mitfahrern stramm sitzen und ziehen Sie gegebenenfalls noch einmal nach

Und zu guter Letzt: Natürlich ganz viel Spaß auf den Reisen und beim Schaffen vieler gemeinsamer Erinnerungen!

Quellen:
(* WHO 2007, EEVC Working Group 18 Report Child Safety (Feb. 2006))